|
Nach LEGO Star Wars und LEGO Indiana Jones wagt sich Traveller's Tales nun daran, das Batman-Universum mit Lego-Steinen nachzubauen. Wir haben uns auf der Games Convention bei Warner eine aktuelle Version von LEGO Batman angesehen.
Während die Entwickler bei LEGO Star Wars und LEGO Indiana Jones inhaltlich die Geschichte der Filme mit dem stummen Humor der Lego-Figuren vermischten und so das meiste nur mit Kenntnis der Filme verständlich war, wird es diesmal eine eigene Geschichte im bekannten Batman-Universum geben. Viel dazu ist noch nicht bekannt, grob geht es um einen Ausbruch aller gefährlichen Verbrecher aus dem Arkham Asylum. Diese stürzen nun Gotham City ins Chaos, weshalb sich Batman und Robin aufmachen, die Schurken zu stoppen. Natürlich ist es komplett ohne Sprache nicht möglich, eine hochkomplexe Geschichte zu erzählen, aber dennoch gibt es eine Hintergrund-Geschichte, die in amüsanten Zwischensequenzen mit dem typischen Humor von Traveller's Tales erzählt wird.
Im Gegensatz zu den Vorgängern, in denen man stets auf der guten Seite spielte, wird man dieses Mal sowohl in die Haut von Batman und Robin schlüpfen, um Gotham City zu retten, als auch die Ereignisse aus Sicht der Bösen erleben. Nach einem ersten Einstiegslevel eröffnen sich drei Handlungsstränge mit jeweils 5 Leveln, dir wir zuerst auf der Seite der Guten mit Batman und Robin und danach auch mit zwei vorgegebenen Bösewichten im Story-Modus spielen. Zusätzlich gibt es natürlich das gewohnte „Freie Spiel“, in dem man mit beliebigen Charakteren noch einmal das Level erleben und alle versteckten Steine und Geheimnisse einsammeln kann. Auch wieder mit dabei sind fünf Fahrzeug-Level, in denen man unter anderem das Batmobil, das Batboat und den Batwing steuern wird.
Da LEGO Indiana Jones besonders für die geringen Unterschiede zwischen den Charakteren kritisiert wurde, hat man sich dieses mal einiges ausgedacht, um jeden spielbaren Charakter einzigartig zu machen. Die Schurken tragen eine ganze Bandbreite von Waffen und fiesen Tricks mit sich, etwa ferngezündete Suizid-Pinguin-Bomben, eine Waffe im Schirm oder einen elektrisierenden Handschlag. Da man auf der guten Seite im Story-Modus nur Batman und Robin spielen kann, hat man sich sogenannte „Technology Suits“ ausgedacht: Diese kann man im Level freischalten und erhält damit Zugriff etwa auf ferngezündete Bomben oder magnetisierte Schuhe, um an Flächen aus Metall entlangzulaufen. Je vier dieser Anzüge soll es pro Held geben.
Ansonsten haben alle Charaktere diverse Nahkampf-Attacken zu bieten, auch können Gegner etwa an einer Wand zerschmettert werden. Zusätzlich haben Batman und Robin den Batarang im Gepäck, den man einsetzen kann, um Gegner und Steine in größerer Entfernung zu zerlegen. Damit hat man nun auch ohne Schusswaffen eine Chance gegen entfernte Gegnermassen. Und auch diverse Fahrzeuge werden endlich zu Waffen, mit ihnen kann man etwa Tore einreißen oder Gegner überfahren.
Am prinzipiellen Spielablauf wurde kaum etwas verändert, man kämpft sich weiterhin durch Gegnerwellen, räumt Hindernisse auf verschiedenste Art zur Seite, baut benötigte Lego-Bauwerke zusammen, löst diverse Rätsel und sammelt Lego-Steine aller Arten ein. Auch bei der Schwierigkeit scheint man sich an den Vorgängern zu orientieren, was einen Fokus auf einfache Zugänglichkeit und kreatives Rätseln bedeutet. Zumindest die bisher gezeigten Kämpfe dürften erfahrenen Spielern keine größeren Schwierigkeiten bereiten.
Ebenfalls aus den Vorgängern bekannt ist der Coop-Modus, an dem man am selben Gerät (bzw. per Funkverbindung bei PSP und DS) mit einem Freund zusammenspielen kann, der Mitspieler kann jederzeit im Level ein- und aussteigen. Ein Online-Coop ist auch dieses Mal nicht dabei.
Optisch kam es den Entwicklern diesmal zu Gute, dass Gotham City deutlich weniger Wüstengebiete als das gewöhnliche Arbeitsumfeld von Dr. Jones zu bieten hat. Von einem bunten Jahrmarkt bei Nacht (inklusive einer waschechten Geisterbahn) über eine große Kathedrale (auf Wunsch der LEGO Company ohne Lego-Jesus) bis hin zu den düsteren Straßen von Gotham City haben sich die Entwickler kreativ ausgetobt. Noch nicht offiziell angekündigt, aber bereits im Entwicklungs-Menü der GC-Version sichtbar waren auch noch Level in einem Zoo und in der Arktis.
Auch die Animationen der Charaktere wurden noch einmal verbessert, die Prügelei sieht noch hübscher aus als in Lego Indy. Neu sind kurze Animationen, die bei Inaktivität eines Spielers starten, etwa der vergebliche Versuch von Two-Face, seine dunkle Gesichtshälfte abzukratzen.
Fazit
Mehr Level, mehr Fähigkeiten, mehr Charakter-Unterschiede, mehr Lego-Humor – LEGO Batman besinnt sich auf die alten Stärken von LEGO Star Wars und beseitigt die Schwächen von LEGO Indiana Jones. Besonders durch die wirklich einzigartigen Charaktere und die vielfältigen Level verspricht Traveller's Tales neuester Titel beste Unterhaltung und einen hohen Wiederspielwert. Einzig allein die Kämpfe könnten fordernder sein.
Abschließend gab es noch weitere Klarheit bei der Frage nach zukünftigen Titeln: Obwohl Traveller's Tales mittlerweile Warner gehört, ist es keineswegs ausgeschlossen, dass wir auch LEGO-Umsetzungen von Lizenzen anderer Firmen sehen werden.
LEGO Batman erscheint im Herbst diesen Jahres für Xbox 360, Wii, Nintendo DS, PlayStation 2, PlayStation 3, PSP, PC und Mac.
|