Erstmal zur Optik: LEGO Universe erinnert grafisch sofort an die bisherigen Lego-Spiele von Traveller's Tales. Während die Hintergründe der Level nahezu direkt den Artworks entnommen und die Landschaft „glatt“ in 3D modelliert wurde, sind Gebäude, einzelne Teile der Flora und natürlich die Minifiguren im bekannten 3D-Look gestaltet, auf den ersten Blick etwas „rundlicher“ als in früheren Lego-Titeln. Dabei sind nahezu alle von den realen Lego-Modellen bekannten Themen im Spiel vorhanden, beispielsweise Piraten, Ninjas und Astronauten. Verzichten müssen die Spieler aber zumindest nach aktuellen Kenntnisstand auf alle lienzierten Lego-Modelle wie Star Wars. Erweiterungen durch DLC sind aber nicht ausgeschlossen.
Schon seit 2006 entwickelt NetDevil im Auftrag von Lego an LEGO Universe, seit der frühen Konzeptphase mit der Unterstützung von 19 Familien, die wöchentlich den aktuellen Entwicklungsstand testen und Anregungen für Verbesserungen geben, sowohl aus Sicht der jüngeren Spieler als auch aus der Sicht deren Eltern.
Wichtigstes Ziel der Entwickler war es, den Spieler möglichst glaubhaft das Leben einer Minifigur erleben zu lassen – wie wäre es, eine Minifigur zu sein? Dazu gehört es nicht nur, die Welt aus der Froschperspektive zu sehen, sondern auch die tägliche „Arbeit“, also das Bauen möglichst intuitiv und trotzdem extrem vielfältig zu gestalten. Dies haben die Entwickler auf drei Weisen gelöst. So baut man vergleichbar zu Traveller's Tales Lego-Titeln im Zeitraffer vorgefertigte Modelle wie Sprungfelder, um bestimmte Hindernisse in der Welt zu überwinden. Eine weitere Möglichkeit ist das Zusammensetzen von größeren Modell-Einzelteilen nach einer vorgegebenen Blaupause. An bestimmten Punkten gilt es aber, mit allen vorher gesammelten Bauteilen komplette Kreationen zu erschaffen. Dabei können nur auch mit realen Lego-Steinen nachbaubare Modelle erschaffen werden, es stehen nahezu alle erdenklichen Bauteile zur Verfügung. Wie genau die Entwickler hier dem Spieler die Orientierung unter tausenden Steinen erleichtern wollen, ist noch nicht klar.
Eine der größten Herausforderungen für Lego und die Entwickler ist wohl die Zielgruppe der 8- bis 12-jährigen. Da hier auch Legos familienfreundlicher Ruf auf dem Spiel steht und man verständlicherweise den Missbrauch der Spielplattform verhindern will, werden alle kritischen Spielelemente wie die eigenen Bauwerke von einem Moderatoren-Team begutachtet, bevor sie in der Spielwelt für alle sichtbar werden. Mit einem ähnlichen Moderations-Konzept will man auch die soziale Kommunikation zwischen den Spielern (für die es auch besondere Treffpunkte gibt) kindersicher gestalten.
Eine weiteres Eingeständnis an die Zielgruppe sind die unzähligen Spielhilfen. Neben ausführlichen Tutorials und regelmäßigen Popup-Hilfen setzen die Entwickler hier insbesondere die Kamera ein. So bekommt man durch im Spiel verteilte Fernrohre Tipps zum nächsten Spielziel oder versteckten Regionen und sieht bei Ankunft in einem neuen Spielabschnitt auch direkt alle wichtigen NPC-Ansprechpartner. Damit soll es auch Kindern, die noch nie ein Computerspiel gespielt haben, möglich sein, mit LEGO Universe problemlos einzusteigen.
Neben dem Bauen von neuen Modellen und der Interaktion mit anderen Spielern geht es insbesondere um das Entdecken der Spielewelt in Form eines Plattformers. In der Hintergrundgeschichte geht es um eine dunkle Macht namens Maelstrom, die das Lego-Universum um seine Vorstellungskraft berauben will und damit die lebendige Welt in leblose Plastikfiguren verwandeln würde. Die Spieler treten dem entgegen, lösen aber auch davon unabhängige Nebenquests wie etwa die Reparatur einer Rennstrecke. Dazu gehören auch Minispiele wie Autorennen inklusive einer weltweiten Highscore-Liste.